Ethische Spielbewertung beginnt mit Transparenz. Als Kritiker musst du offen über potenzielle Interessenkonflikte kommunizieren. Hast du das Spiel kostenlos erhalten? Arbeitest du mit dem Publisher zusammen? Diese Faktoren sollten stets offengelegt werden, damit Leser die Bewertung richtig einordnen können.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Fairness gegenüber dem Entwicklungsteam. Jedes Spiel entsteht unter bestimmten Umständen – Budget, Teamgröße und Zeitrahmen spielen eine entscheidende Rolle. Ein Indie-Spiel mit kleinem Team sollte nicht nach denselben Maßstäben bewertet werden wie eine AAA-Produktion mit Millionenbudget. Dennoch darf der Preis eines Spiels durchaus in die Bewertung einfließen – schließlich bezahlen Spieler für ein Produkt und erwarten entsprechenden Gegenwert.
Die Vollständigkeit der Analyse ist ebenfalls ein ethisches Gebot. Eine seriöse Bewertung erfordert, dass du das Spiel tatsächlich durchgespielt oder zumindest ausreichend Zeit damit verbracht hast. Vorschnelle Urteile auf Basis weniger Spielstunden führen zu verzerrten Bewertungen und schaden letztlich allen Beteiligten – den Entwicklern, den Lesern und deiner eigenen Glaubwürdigkeit.